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Bald rollt die Pferdebahn wieder

Von Thomas Pusch

STENDAL. Der Husarenverein hat sich ein großes Ziel gesetzt. Zum 200-jährigen Gründungstag des Magdeburgischen Husaren-Regiments Nr. 10 im Jahr 2013 soll die Pferdebahn wiederbelebt werden.

Vorsitzender Peter Krupp (v.r.), Suse Junghans und Pér Nebelung im Arbeitseinsatz am 100 Jahre alten Waggon der Stendaler Pferdebahn.

Foto: Pusch

Seit dem vergangenen Jahr sind Mitglieder des 10. Husaren-Regiments in Tradition Stendal dabei einen Waggon der alten Stendaler Pferdebahn zu restaurieren. Am 3. Juni 1892 wurde die erste Pferdebahnstrecke eröffnet. Die Fahrt dauerte eine Viertelstunde, 13 Haltestellen wurden angefahren. Im Laufe der Jahre betrieben sogar zwei Gesellschaften parallel die Bahn, bis am 14. Oktober 1926 der Betrieb eingestellt wurde.

In einer Borsteler Scheune war der Waggon untergestellt, hatte zwischenzeitlich als Gartenlaube gedient. Er stammt aus dem Jahr 1910, wurde von der Waggon- und Maschinenfabrik Hamburg hergestellt. Zwölf Sitz- und etwa acht Stehplätze stehen für die Fahrgäste bereit. "Über die Eisenbahngeschichte haben wir eine Menge vom Hobby-Eisenbahnhistoriker Wolfgang List erfahren", erzählte Vereinsvorsitzender Peter Krupp.

Besonders beeindruckt zeigte sich Krupp von den zahlreichen erhaltenen mittlerweile 100 Jahre alten Teilen der Bahn. So funktioniere die Türmechanik einwandfrei. Die Giebelseiten seien ebenfalls noch original, ebenso Teile des Oberkastens. Alles andere wird so originalgetreu wie möglich ersetzt. Und das sind manchmal Detailfragen. So sei es sehr schwierig gewesen Schlitzschrauben zu bekommen, Kreuzschrauben habe es aber vor 100 Jahren noch nicht gegeben und zumindest an den nicht verblendeten Stellen sollten die dann auch nicht benutzt werden. Nicht mehr erhalten sind die Fenster, allerdings wurde das Sicherheitsglas schon bestellt. "Da haben wir finanzielle Unterstützung von der Kreissparkasse bekommen", so Krupp. Überhaupt ist das ganze Projekt auf Sponsoren angewiesen. Der Wagen steht zwar auf dem städtischen Bauhof, die Stadt ist an der Restaurierung aber nicht beteiligt. Unterstützung, die könnte auch im fachmännischen Rat bestehen.

So ist es noch nicht ganz klar, wie der Kasten auf einen fahrbaren Untersatz gestellt werden kann. Die ursprüngliche Spurweite sei ein Meter gewesen, für die Variante mit Rädern sei das aber zu schmal, der Wagen würde wohl umkippen. Vielleicht gebe es ja einen Fahrzeugbauer, der an dem Projekt interessiert ist, hofft Krupp. Bis zum Jahr 2013, das haben sich die "Husaren", die jüngst ihr dreijähriges Bestehen feierten, fest vorgenommen, soll die Restaurierung abgeschlossen sein. Dann wird das 200-jährige Gründungsjubiläums des Regiments gefeiert.

 

Quelle: altmark-zeitung.de vom 03.08.2010
Rubrik: Stendal
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